Hospitality mein bester Feind – Eine Branche auf dem Prüfstand

Erfolgsfaktoren im Hospitality Management und Praxiserfahrung aus meiner Zeit in der Hotellerie und Gastronomie

Durch meine Rezepte darf ich dich geschmacklich begeistern, mit meinem Travel-Blog „27bites“ nehme ich euch alle auf kulinarischen Reisen mit, doch „In-Bites“ ist mein persönlichstes Format. Darin thematisiere ich, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich bin.


Heute bin ich passionierte Food- und Travel Nomadin aber es gab ein Leben davor. Ein Leben das durch ein traumatisches Erlebnis abrupt ein Enden finden musste.


Dennoch hat mich mein erstes Leben im Hospitality, trotz heftiger Auswirkungen, nie losgelassen. Erlebe ich hier etwa eine Stockholmsyndrom-ähnliche Situation ODER ist es meine ehrliche Begeisterung für diese Branche?

 

Was erwartet mich in der Hotellerie und Gastronomie?


Die Hospitality zieht einen ganz bestimmten Schlag Menschen an. Es sind oft Praktiker, die das Handwerk Hotellerie und Gastronomie von der Pieke auf gelernt haben. Mein Universitätsabschluss im Tourismus-Management macht sich gut im Lebenslauf aber Hospitality ist und bleibt ein Handwerk.


Eines in dem ich mir durch enormen Leistungsdruck und wenig Raum für Fehler meine Sporen hart verdienen musste. Das Abzeichen „Development Managerin“ habe ich mit sehr viel Stolz getragen aber ich merkte auch, dass dabei das wahre Ich in der Lobby stehen gelassen wurde.


Ein Handwerk in dem Ambitionen gerne einmal downgegraded werden weil der sture Aufstieg durch eine Vielzahl an Hierarchieebenen (Supervisor, Duty-Manger und Front-Office-Manager, etc.) oft wenig Anreiz für High-Potentials bietet.

Erste Hoteleröffnung in Dubai (...ich bin rechts hinten versteckt. ;) )

Eines in dem die Arbeitszeiten ungeregelt und das Entgelt gering sind. So wurde auch für mich der Traum in einem Luxushotel in Dubai zu arbeiten, dadurch getrübt, dass ich mit 200 Euro pro Monat Verdienst kaum am sozialen Leben jenseits der Arbeit teilnehmen konnte.


Hospitality ist aber eben auch ein Handwerk in dem unglaublich spannende Konzepte verwirklicht werden, die Geschichten der KollegInnen und Gäste die schönsten Erinnerungen schaffen und eine Branche ist zu der jede/r anscheinend einen Bezug hat.

Ich kenne wenige die dieses Handwerk besser beherrschen als mein ehemaliger Dozent Prof. Dr. Burkhard von Freyberg, den ich für einen Podcast zu Trends und Erfolgsfaktoren der Branche interviewen durfte. Hier könnt ihr die Folge bequem im Ohr lauschen:



 

Der strategische Fit

Im Interview mit Prof. Dr. Burkhard von Freyberg

Mit seiner Unternehmensberatung Zarges von Freyberg Hotel Consulting unterstützt Prof. Dr. Burkhard von Freyberg gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Stephanie Zarges-Vogel Hoteliers bei allen strategischen Fragen oder neue Hotelprojekte mit Machbarkeitsanalysen und Betreibersuchen.


Das ist auch wichtig. Von wegen „Wer nichts wird, wird Wirt.“ Die Anforderungen an den Betrieb – egal ob Gastronomie oder Hotellerie – steigen ständig und ein lukratives Geschäft erfordert betriebswirtschaftliche- und menschliche Kenntnisse.


Doch gibt es DEN einen Erfolgsfaktor in dieser Branche? Nein, laut Prof. Dr. B. von Freyberg sind es mindestens drei die zusammen den „Strategischen Fit“ ausmachen.

  • Konzept: Ein durchdachtes Konzept ist im Wettbewerb unabdingbar und basiert auf der jeweiligen Positionierung. Es geht stark um die Optimierung und Gestaltung von Erlebnissen entlang der sogenannten „Customer Journey“.

  • Standort: Es gibt nicht DEN perfekten Standort. Es gibt aber den perfekten Standort für das jeweilige Konzept. Relevante Wettbewerbsfaktoren wie die natürliche Beschaffenheit, Erreichbarkeit, Sichtbarkeit und Umgebungsbebauung sowie eine Auflistung der wichtigsten Wettbewerber und Wirtschaftstreiber sind laut „Zarges von Freyberg“ essenziel.

  • Betreiber: Nicht nur betriebswirtschaftliches Knowhow ist in der Branche gefragt, sondern auch die Kenntnis darüber, Mitarbeiter zu führen und ein Hotel/Gastronomie-Einrichtung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Nur wenn dieser Mix aus Konzept, Standort und Betreiber stimmig ist, ist Erfolg garantiert.


Ich selbst war in einem 5-Sterne-Hotel in Dubai tätig. Purer Luxus mit herausragenden Annehmlichkeiten für auswärtige Gäste sowie Einheimische. Das Hotel war erfolgreich, der strategische Mix schien perfekt zu sein. Ja: schien. Nämlich bis zu dem Tag an dem der Hotel-Manager unerwartet wechselte. Mit ihm wechselten Prozesse und die Gäste- sowie Mitarbeiterzufriedenheit sank. Umgekehrt stieg die Fluktuation und laut dem Hotelportal „booking.com“ vernehme ich eine aktuell schlechte Punktzahl und eine Tagesrate, über die ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen kann.

So sieht man, wie wichtig alle drei (!) Faktoren sind.

 

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.


Mit Prof. Dr. Burkhard von Freyberg durfte ich auch über die Trends in der Branche sprechen. Wir behandelten den Trend des veganen/vegetarischen Essens und wie immer mehr Gastronomen den Aspekt der Nachhaltigkeit bedienen. Doch wo ein Trend ist, ist bekanntlich auch ein Gegentrend und das Fleischthema wird, laut Prof. Dr. Burkhard von Freyberg, so schnell nicht aussterben.

Hospitality Trends für die Next Generation

Auch die Digitalisierung treibt die Branche weiter voran. Nicht nur um den Gast eine aufregende und bequeme Customer-Journey zu bieten. Oft geht es bei der Prozessoptimierung darum, Servicekräfte einzusparen und dem Fachkräftemangel kurzweilig die Stirn zu bieten.


Erlebnis schaffen und den Gast mit Herzlichkeit begegnen werden weiterhin als Trend-Faktoren vom Professor verstanden. Er liebt die Branche, auch wenn nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Mit seinem Engagement, diese Leidenschaft in die Köpfe von jungen Talenten und Studierenden zu verankern, mache ich mir um die Branche erstmal keine Sorgen mehr.


Einen fundierten Einblick bekommt ihr aus der Podcast Folge oder in seinen Büchern (zu finden auf amazon).

 

Mein Fazit: Interessiert an weiteren Trends? Auf story.one publiziere ich gerade mein neues Buch, indem es um die Trends der Hotellerie geht. Alles verpackt als Kurzgeschichte und zu lesen hier:

Als Vorlage dienen meine Reisen rund um die Welt, die Einblicke und Praxisbeispiele aus der Hotellerie- und Gastronomie aufzeigen.


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Deine Michaela

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