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Hypothalamische Amenorrhoe

Von der Diagnose zur Genesung: Dein Weg aus der hypothalamischen Amenorrhoe

Von der Diagnose zur Genesung: Dein Weg aus der hypothalamischen Amenorrhoe
Hypothalamischen Amenorrhoe erkennen

In der heutigen Gesellschaft wird Schönheit oft mit Schlankheit gleichgesetzt. Frauen, die jeden Modetrend meistern und von außen als Inbegriff von Schönheit wahrgenommen werden, stehen häufig unter enormem Druck, diesem Ideal zu entsprechen.


Paradoxerweise kann dieser Drang nach einem dünnen Körper zu gesundheitlichen Problemen führen, die von außen nicht sichtbar sind.


Ein solches Problem ist die hypothalamische Amenorrhoe (HA), eine Störung, die viele vermeintlich „perfekte“ Körper betrifft. Die Ironie dabei ist, dass der Zustand, den viele als ästhetisch ideal ansehen, tatsächlich Anzeichen einer tiefer liegenden Gesundheitsproblematik sein kann.


Als ich vor über 5 Jahren mit der künstlichen Verhütung aufhörte, merkte ich, das etwas nicht stimmte. Abwarten, bis sich der Körper wieder von selbst einpendelt? Von wegen: Ich bekam auch nach Jahren keine Monatsblutung. Ich hatte HA, eine hypothalamische Amenorrhö. Keine Krankheit, aber ein Warnsignal des Körpers. Das reproduzierende System in meinem Gehirn wurde lahmgelegt.


Hypothalamische Amenorrhoe (HA) ist etwas, die viele Frauen betrifft, doch wird sie oft missverstanden. Viele künstliche Verhütungsmitteln verschleiern das Problem und Frauen bemerken erst spät – meist wenn der Kinderwunsch einsetzt – das sie Probleme mit ihrem Zyklus haben.


Gibt’s nicht? Doch. Erst als ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigte, gelang mir die Heilung. Daher ist es meine Pflicht über diese Erscheinung zu sprechen.


In der Podcast Folge mit Laura kannst du dir ein genaueres Bild machen:


 

Der Schein kann trügen


Von außen betrachtet, mögen Frauen, die unter HA leiden, das Idealbild von Schönheit und Gesundheit verkörpern. Doch dieser äußere Schein verbirgt oft eine innere Realität, die von hormonellen Ungleichgewichten und gestörten Körperfunktionen geprägt ist. Die Fixierung auf einen dünnen Körper als Schönheitsstandard ignoriert die komplexen Bedürfnisse des weiblichen Körpers und die Tatsache, dass Gesundheit und Wohlbefinden weit über das physische Erscheinungsbild hinausgehen.


Ich folgte jahrelang den Grundprinzipien einer "gesunden Ernährung" und wurde krank. Hätte ich einfach auf meinen Körper gehört...

Die Verbindung zwischen Schlankheit und Schönheit in der öffentlichen Wahrnehmung führt zu einem gefährlichen Missverständnis: dass ein dünner Körper automatisch ein gesunder Körper sei.


Diese Annahme ignoriert die Vielfalt der Körperformen und -größen, die natürlich und gesund sind. HA unterstreicht die Notwendigkeit, unsere Definition von Schönheit und Gesundheit zu überdenken. Gesundheit manifestiert sich nicht allein durch das Aussehen, sondern durch eine Vielzahl von Faktoren, einschließlich hormoneller Balance und psychischem Wohlbefinden.

 

Erkennungszeichen der hypothalamischen Amenorrhoe


Die hypothalamische Amenorrhoe ist nicht immer offensichtlich, besonders bei denen, die gesellschaftlich als „gesund“ oder „attraktiv“ gelten. Einige Anzeichen und Symptome können jedoch darauf hinweisen, darunter:


  • Ausbleibende Menstruation: Das offensichtlichste Anzeichen für HA ist das Ausbleiben der Menstruation für mehrere Monate ohne Vorliegen einer Schwangerschaft.

  • Veränderte Essgewohnheiten: Starke Kalorienrestriktion, extreme Diäten oder Essstörungen können HA begünstigen.

  • Übermäßiges Training: Ein intensives Trainingsregime ohne ausreichende Erholungsphasen und Nahrungsaufnahme kann zu HA führen.

  • Stress: Sowohl physischer als auch emotionaler Stress spielen eine Rolle bei der Entwicklung von HA.

  • Stressfrakturen oder verminderte Knochendichte: Ein Mangel an essenziellen Nährstoffen kann die Knochengesundheit beeinträchtigen.

  • Veränderungen im Haar- und Hautzustand: Haarausfall oder eine trockene Haut können Anzeichen für eine Unterernährung sein.

  • Stimmungsschwankungen: Hormonelle Imbalancen können zu emotionaler Labilität und einer verringerten Libido führen.


Training mit Maß und Ziel

Erkennen und Abgrenzen


Es ist wichtig, einen Arzt oder eine Ärztin, speziell einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin, zu konsultieren, wenn man vermutet, an hypothalamischer Amenorrhoe (HA) zu leiden. Eine gründliche Untersuchung, einschließlich der Messung von Blutwerten, ist entscheidend, um die Diagnose zu bestätigen und andere mögliche Ursachen für das Ausbleiben der Menstruation auszuschließen. Bei HA können die Serumspiegel von Follikel-stimulierendem Hormon (FSH) und Luteinisierendem Hormon (LH) niedriger sein, was auf eine unzureichende Signalgebung des Hypothalamus hinweist.


Darüber hinaus ist der Hinweis, dass HA oft mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) verwechselt werden kann, sehr wichtig. Obwohl beide Zustände zu Amenorrhoe führen können, sind die zugrunde liegenden Ursachen und die Behandlungsstrategien unterschiedlich. PCOS ist häufig mit erhöhten Androgenspiegeln, Insulinresistenz und dem Vorhandensein von vielen kleinen Zysten an den Eierstöcken verbunden, während HA primär durch einen Energiemangel oder Stress ausgelöst wird, der zu einer Unterdrückung der hypothalamischen Funktion führt.


Eine genaue Diagnose ist entscheidend, da die Behandlung von HA und PCOS unterschiedliche Ansätze erfordert. Bei HA liegt der Fokus oft auf der Wiederherstellung eines gesunden Körpergewichts, der Erhöhung der Kalorienzufuhr, der Reduzierung von Stress und gegebenenfalls der Anpassung des Trainingsplans. Bei PCOS können diätetische Anpassungen, die Verwaltung des Insulinmetabolismus und manchmal Medikamente wie Metformin oder hormonelle Behandlungen Teil der Therapie sein.

 

Heilungsansätze bei hypothalamischer Amenorrhoe

Heilungsansätze bei hypothalamischer Amenorrhoe

Die Überwindung von HA erfordert eine umfassende Herangehensweise, die sowohl die Ernährung als auch den Lebensstil umfasst. Hier sind einige praktische Tipps für den Heilungsprozess:


1. Ernährung anpassen

Der Körper benötigt ausreichend Kalorien und eine ausgewogene Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten und zu regenerieren. Das bedeutet oft, die Kalorienzufuhr zu erhöhen und sicherzustellen, dass die Ernährung vielfältig und nährstoffreich ist.


"Anfangs dachte ich, das viele Essen macht mich fett und krank. Es machte mich aber vor allem eins: wieder gesund."

2. Bewegung moderieren

Während Bewegung ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils ist, kann übermäßiges Training die HA-Symptomatik verstärken. Eine Reduzierung der Trainingsintensität und -häufigkeit kann notwendig sein, um dem Körper die Chance zur Erholung zu geben.


3. Stressmanagement

Chronischer Stress, sowohl physisch als auch emotional, kann zur Entwicklung von HA beitragen. Techniken zur Stressreduktion wie Meditation, Yoga oder tiefe Atemübungen können hilfreich sein.


4. Professionelle Unterstützung suchen

Ein multidisziplinärer Ansatz, der medizinische Beratung, Ernährungsberatung und psychologische Unterstützung umfasst, kann entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sein. Fachleute können individuell angepasste Empfehlungen geben und den Heilungsprozess begleiten.


5. Positive Körperwahrnehmung fördern

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Körperwahrnehmung und dem Abbau von gesellschaftlich geprägten Schönheitsidealen kann ein wichtiger Schritt sein. Sich selbst Liebe und Akzeptanz entgegenzubringen, ist essentiell auf dem Weg der Genesung.


 

Die Ernährungsumstellung: Von Clean Eating zu bewusstem Genießen


Meine Reise begann mit der Erkenntnis, dass ich meinen Hypothalamus, den Teil des Gehirns, der für die Regulierung der Hormone verantwortlich ist, "aushungerte".


Um meine Monatsblutung wiederzuerlangen, musste ich meinen täglichen Kalorienbedarf auf mindestens 2500 kcal erhöhen. Als jemand, der sich zuvor strikt an Clean Eating hielt, war dies eine enorme Herausforderung. Die Idee, fünf Avocados am Tag zu essen, schien zunächst gesund, doch fehlte es an Vielfalt und letztendlich auch an Genuss.


Die Wende kam mit einem entspannteren Umgang mit Essen. Ich lernte, die restriktiven Ketten, die ich mir selbst angelegt hatte, zu lösen und Essen wieder zu genießen - ohne Schuldgefühle. Es klingt widersprüchlich, aber das Einbeziehen von sogenannten Cheat Meals in meine Ernährung spielte eine entscheidende Rolle auf meinem Weg zur Besserung.

"Nun weiß ich: auch "cheat meals" haben Nährstoffe. Nährstoffe, die ich meinem Körper viel zu lange Vorenthalten habe & die er braucht, um wieder gesund zu werden. "
 
Von Clean Eating zu bewusstem Genießen

Mein Fazit: Trotz der Bedeutung von Cheat Meals, bleibt eine nährstoffreiche Ernährung der Schlüssel für einen gesunden Körper. Die Reise aus der hypothalamischen Amenorrhoe heraus ist eine persönliche und kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Doch eines bleibt konstant: die Notwendigkeit, unsere Beziehung zum Essen zu überdenken und einen Mittelweg zu finden, der sowohl Genuss als auch Nährstoffreichtum umfasst. Letztendlich ist es dieser ausgewogene Ansatz, der zu einem gesunden, kraftvollen und glücklichen Körper führt.


Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Informationen keinen Ersatz für eine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung darstellen.


Bleib gesund!


Deine Michaela

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